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Bebbi-Sagg
Mülltrennung
Wiedermal haben wir eines unserer Nachbarländer genauer unter die Lupe genommen. Was können wir in Sachen Verpackungsrecycling lernen?

Schweiz und EU: zwei Wege zu effizientem Verpackungsrecycling.

Carolina E. Schweig war in der Schweiz und hat sich das Recyclingsystem für Verpackungen dort genauer angesehen.

In Basel wird Restmüll im sogenannten Bebbi-Sagg entsorgt. Dieser kostet, je nach Größe, bei 60 Liter sind es schon 4,65 CHF- pro Stück!
Kein Wunder, dass man voluminöse Verpackungen lieber anderweitig entsorgt z.B. PET-Getränkeflaschen. Das System dahinter ist über Jahrzehnte gewachsen: Seit den 1990er-Jahren haben sich in der Schweiz brancheneigene Rücknahme- und Sammelsysteme etabliert: Etwa für PET-Getränkeflaschen. Haushalte trennen Wertstoffe, Gemeinden organisieren Sammelstellen, und Branchenorganisationen tragen für bestimmte Materialien Sammlung und Verwertung mit. Das eigenverantwortliche Sammeln wurde nicht einfach den Konsumentinnen und Konsumenten zugeschoben – dahinter stehen leicht zugängliche Sammelwege und verlässliche Organisation. Mit beachtlichem Erfolg: 84 % Rücklaufquote bei PET-Einweg-Flaschen- und das ohne Pfand.

Aktuell trennt, sammelt und recycelt die Schweiz mehr als die Hälfte der Siedlungsabfälle. Ab 2027 sieht die neue Schweizer Verpackungsverordnung Mindestquoten von 55 % für Kunststoffverpackungen und 70 % für Getränkekartons vor.
Auch die EU verfolgt solche Ziele – allerdings mit einem stärker einheitlich regulierten Rahmen. Im Rahmen der PPWR wurden für 2030 EU-weite Recyclingziele von 70 % für Verpackungsabfälle insgesamt und 55 % für Kunststoffverpackungen ausgerufen, unterstützt von Vorgaben zur Recyclingfähigkeit und Rezyklateinsatz.
Zwei unterschiedliche Wege, ein gemeinsamer Auftrag: Verpackungen vermeiden, Kreisläufe schließen und Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette organisieren.

Für Unternehmen, die in der Schweiz und in der EU tätig sind, heißt das: Verpackungsdaten müssen mehr leisten als nur grobe Materialangaben. Sie müssen Märkte, Quoten, Nachweise, Rezyklatanteile und unterschiedliche Finanzierungs- und Rücknahmesysteme abbilden können. Die wichtigste Erkenntnis aus dem Besuch in die Schweiz? Gute Recyclingquoten entstehen nicht durch eine einzelne Maßnahme. Sie brauchen passende Anreize, einfache Sammelwege, funktionierende Rücknahmesysteme – und Verpackungen, die von Anfang an kreislauffähig gestaltet sind.

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