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Werbeaussagen
umweltfreundliche Verpackungen
EmpCo – wenn der Öko-Claim einen Aufkleber braucht 27. September 2026 - Reality-Check für grüne Claims.

Ab dem 27. September gilt die EmpCo-Richtlinie – genauer: Die neuen deutschen Vorschriften zur Umsetzung der EU-Richtlinie sind ab diesem Datum anzuwenden.

EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“ und soll Verbraucher:innen vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen. Begriffe wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ dürfen künftig nicht mehr einfach als grüner Feenstaub über ein Produkt gestreut werden. Aussagen müssen konkreter, belegbar und richtig eingeordnet sein. Manche Claims sind gar nicht mehr zulässig.

Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht! Sowohl für Konsumenten, als auch für Unternehmen.
Aktuell sehen wir infolge der Verordnung interessante überklebte Verpackungen im Regal – spannend!
Was sagt das eigentlich über das Produkt aus – und was über das Unternehmen dahinter?
Nicht automatisch, dass das Produkt „schlecht“ oder unfair oder unökologisch ist. Aber es zeigt, dass man etwas großzügig mit den Claims umgegangen ist. Zu pauschal? Nur gültig für einen Produktteil, aber so formuliert, als wäre das Ganze gemeint. Vielleicht löste sich die Dokumentation bei der Überprüfung in Hoffen und Wünschen auf. Oder Verpackung, Marketing, Einkauf und Compliance haben vergessen sich miteinander abzustimmen?

Aber eines zeigt ein überklebter Claim ziemlich deutlich:
Nachhaltigkeitskommunikation ist keine Deko mehr. Sie ist Teil der Produktverantwortung.

Und dann ist da noch die aktuell obligatorische Empörungseuphorie wenn die EU etwas durchsetzt:
„Ab dem 27. September müssen für zigtausende Euro Verpackungen und Produkte vernichtet werden!“ heißt es da.
Hier lohnt sich ein kurzer Faktencheck – ganz ohne grünen Zeigefinger: Die EmpCo ist nicht gestern vom Himmel gefallen. Die Richtlinie wurde im März 2024 veröffentlicht und trat kurz danach auf EU-Ebene in Kraft. Bis zur Anwendung am 27. September 2026 lagen rund zweieinhalb Jahre. Unternehmen wie dm und Tchibo zeigen laut Branchenberichten, dass eine schrittweise Anpassung von Verpackungen und Produkthinweisen möglich ist - ohne Vernichtung von Packmitteln.
Warum jetzt also wieder auf die EU schimpfen, wenn man selbst die Termine ausgesessen hat?

Unser Fazit:
Die EmpCo ist kein Grund, Nachhaltigkeitskommunikation kleinzureden oder zu bekämpfen. Aber ein guter Anlass, sie endlich erwachsen zu behandeln. Am Ende des Tages kommt die dadurch gewonnene Transparenz allen zugute.

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